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“Hoppy End” trotz Corona?

Anfang März, der Hopfen treibt aus und es erreicht uns die Nachricht, dass unser Team aus Rumänien und Polen aufgrund von Corona nicht einreisen darf. Unsere Gedanken überschlagen sich und wir sehen eine Herausforderung in Form von über 150.000 bedürftigen Hopfenpflanzen, um die es sich zu kümmern gilt. Hopfenanbau umfasst ohne Zweifel viel ausgefuchste Technik, aber ohne Handarbeit geht gar nichts. Mit dem Austrieb der Pflanzen wird es nämlich für ein paar Wochen hektisch auf dem Hopfengut. Eine strenge Arbeitsfolge steht an:

Der erste Austrieb wird zurückgeschnitten, über 150.000 Drähte aufgehängt und diese mit dem Stupfeisen im Boden verankert. Nach erneutem Austrieb des Hopfens wird ein jeder Trieb liebevoll im Uhrzeigersinn an den Draht angewiesen. Der Boden wird gelockert, mit Nährstoffen versorgt und in trockenen Frühjahren, wie diesem sogar manchmal gegossen. Fürs Drahten, Stupfen und Anweisen gibt es keine Maschinen! Teilweise verfahren wir exakt wie zu Uropa Bernhards Zeiten. Mehr als 100 Handarbeitsstunden pro Hektar sind notwendig. Ohne zusätzliche Verstärkung eine unlösbare Aufgabe. Zeit für gutes Krisenmanagement.

Mit voller Kraft gilt es jetzt Helfer zu finden. Während wir mit einer Standleitung in Kontakt zu unserer rumänischen Mannschaft stehen, startet zeitgleich die Rekrutierung von Freunden, Familie  und sogar Stammkunden. Das Resultat: einige schlaflose Nächte aber auch eine Liste von über 30 abrufbereiten, freiwilligen Helfern.  Außerdem landet in Memmingen pünktlich zum Drahten ein Flugzeug mit acht unserer besten Helfer aus Rumänien. All das hat uns gezeigt, was echte Solidarität bedeutet! Nicht nur setzt sich allen Widrigkeiten zum Trotz unser rumänisches Team ins Flugzeug,(nebenbei bemerkt - für viele der erste Flug) auch gibt es so viele Leute, die bereit sind ihre Freizeit zu opfern und mit in den Hopfengarten zu kommen.

Heute ist der 26. April. Der Hopfen ist geschnitten, alle Drähte hängen, wir sind am Anweisen. Und wer hätte es gedacht – wir sind so schnell wie noch nie. Und während sich unser Onkel Peter schmunzelnd erinnert, dass sich seit seiner Kindheit an den Frühjahrsarbeiten wirklich gar nichts geändert hat, sind wir vor allen Dingen dankbar. Dafür, dass in diesen Zeiten die so wichtigen unsichtbaren Berufe in unser Bewusstsein rücken und für den Zusammenhalt und die Unterstützung aus Nah und Fern.

Was fehlt jetzt noch zum “Hoppy End”? Eine ordentliche Portion Regen, offene Biergärten und viel Durst auf Sud eins. In diesem Sinne Prost und eine schöne neue Woche!

 

 

 

Wir brauchen Platz!

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