Zum Hauptinhalt springen

Schwester Ingeborg und die “Hopfenbrille”

Für die kleine Ingeborg Rose aus Neckargardich bei Heilbronn war immer klar: wenn ich groß bin werde ich Kinderkrankenschwester! Hätte Sie damals behauptet: ich werde mal eine Hopfenmuseumsausstellung erstellen, gewinne damit diverse Preise und werde zur Ritterin des Hopfenordens geschlagen, hätte dies sicherlich verstörte Blicke hervorgerufen. Doch genau so sollte es kommen....

Zunächst lief aber alles nach Plan und Inge absolvierte mit Bravour die Ausbildung zur Krankenschwester. Die Zutaten, die die Kehrtwende bringen sollten, waren einfach wie schicksalhaft: Auszug aus dem Elternhaus, ein Unichor-Wochenende und ein musikalischer, junger Hopfenbauer. Ehe sich Inge versah, wohnte sie in Tettnang auf einem Hopfenbetrieb, hatte drei außergewöhnlich nette Kinder und startete das, was wir heute den Hopfengutwahnsinn nennen. Auf die Frage wie man eigentlich auf die Idee kommt ein Museum zu gründen sagt unsere Mutti immer: das war gar keine Absicht!

Und trotzdem wurde das Projekt schnell zur Lebensaufgabe. Mit umgelegtem Werkzeuggürtel bastelte sie unermüdlich an der Ausstellung und es gab keinen Flohmarkt, den unsere Mutter nicht auf der Suche nach Relikten der traditionellen Erntezeit durchpflügte. Nicht selten vermisste Charlotte die ein oder andere Puppe aus ihrer Puppenstube und fand sie mit handgenähten Kostümen als Hopfenbrockerin oder Gutsherr gekleidet im Museum wieder. Diesen “Spielzeug-Klau” streitet unsere Mutter übrigens bis heute noch ab.

 

Unsere Mutti begann die Welt durch eine “Hopfenbrille” zu sehen. Bei jedem Film, jedem Buch, jedem Produkt wurde ein automatischer Scan durchgeführt, ob dasselbe nicht auch mit oder über Hopfen funktionieren könnte. So baute sie nicht nur innerhalb eines Jahres das Hopfenmuseum auf, sie füllte auch die Ladenregale mit hausgemachten Hopfenspezialitäten und eröffnete eine Hopfenbrocker-Vesperstube, um die immer mehr werdenden Besucher zu verköstigen.

Uns wird es ganz schwindelig beim Gedanken daran, was sie alles gleichzeitig detailverliebt in Perfektion erschaffen und geleistet hat.

 

Heute hat sich unsere Mutter aus der ersten Reihe des Hopfenguts zurückgezogen und ist jetzt nur noch 24 Stunden am Tag beratende Instanz, Archivarin, Wirtschaftsweise, Sonntagsfrühstücksfee, Museumsführerin und nebenbei Ganztages-Kita mit Verköstigung und Barbie-Kleider-Designerin.

Wir ziehen den Hut und sind mächtig stolz - Danke Mutti.

Bernhard, Charlotte und Lukas

 

 

Erlkönig im Hopfengut No20 gesichtet!

Schwarz, schön, geschwungene Form, edel beklebt, präsentiert sich der Hopfengut Erlkönig zum ersten...

mehr lesen ...

“Hoppy End” trotz Corona?

Anfang März, der Hopfen treibt aus und es erreicht uns die Nachricht, dass unser Team aus Rumänien...

mehr lesen ...

In Sieben Schritten vom Haus- zum Hopfengarten

Hopfen ist die Wunderzutat in jeder Bierrezeptur, das ist allgemein bekannt. Die wenigsten kennen...

mehr lesen ...