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Ist es Zeit für ein Reinheitsgebot 2.0?

Letzte Woche haben wir stolz verkündet, dass wir unseren Hopfenanbau auf eine biologische Produktion umstellen wollen. Wenige Tage vorher hatten wir diese Entscheidung bei einem Online Treffen der gesamten Hopfengut Mannschaft mitgeteilt. Wir waren beinahe aufgeregt, wie unser Kernteam reagieren würde. Dabei waren die Reaktionen sehr positiv und vor allem interessiert. Es dauerte nicht lange und eine spannende Diskussion begann. Eine Frage unseres Küchenchefs ist uns dabei im Kopf geblieben: „Ich verstehe, dass eine biologisch gehaltene, glückliche Henne eine hochwertige Eierqualität hervorbringt, oder eine ökologisch angebaute Karotte vielleicht geschmacklich überzeugt, doch wo steckt der Vorteil im Biohopfen?“ Nicht leicht zu beantworten, denn bisher wurde uns eher die Frage gestellt: „Warum macht ihr keinen Bioanbau?“. Jetzt das Ganze andersherum. Zugegeben etwas ungewohnt, doch hinter der Antwort stehen wir:

Von Anbau bis Ernte bemühen wir uns um beste Aromaeigenschaften unseres Hopfens. Dabei sehen wir tatsächlich nur noch eine Möglichkeit seine Qualität maßgeblich zu steigern, nämlich durch das Schaffen eines Zusatznutzens! Die Anwendung biologischer Produktionsverfahren setzt einen schonenden Umgang mit den Böden und Nützlingen voraus. Der Verzicht auf mineralische Dünger und synthetische Pflanzenschutzmittel begünstigt die Vielfalt des Bodenlebens und der Nützlingspopulationen. Das erhöht die Biodiversität, ermöglicht eine Reduzierung von Pflanzenschutzmaßnahmen und hat dadurch einen positiven Effekt auf das gesamte Ökosystem im und um den Hopfengarten herum. Für uns ein Zusatznutzen, der dem Rohstoff eine ganz andere Tiefe und Bedeutung verleiht und seine Qualität auf die nächste Stufe hebt.

Auch in der Hopfenbranche ist Bio in aller Munde. Wir sind mit Brauern und Pflanzerkollegen im regen Austausch zum Thema Biohopfen. Vor kurzem begegnete uns die Aussage, dass das Produkt Bier ohnehin so rein und ehrlich ist, dass dafür ökologische Rohstoffe gar nicht erst erforderlich sind. Macht man es sich damit nicht zu einfach? Gilt nicht vielmehr genau das Gegenteil? Wenn ein Produkt so grundlegend auf Agrarrohstoffen basiert wie Bier, ist ein Zusatznutzen durch ökologischen Anbau doch umso größer. Vielleicht ist es an der Zeit für ein Reinheitsgebot 2.0?

Szenenwechsel: Nächste Woche geht’s wieder weiter mit unserer “Bretterbude“!

 

 

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