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Doldenhopfen oder Pellets, was ist besser für´s Bier?

Diese Frage hören wir in jeder Verkostung auf dem Hopfengut. Eine Diskussionsrunde mit fünf Brauern zu diesem Thema würde vermutlich zu 50 verschiedenen Meinungen führen. Wir antworten darauf immer ganz knapp: Pellets oder Dolden? Hauptsache Tettnanger Hopfen! Spaß beiseite, wo liegt die Wahrheit und was sind überhaupt Pellets? Pellets (Typ 90) stellt man her, indem man getrocknete Hopfendolden zermahlt und das resultierende Pulver durch eine Matrix presst. Die daraus entstehenden, zylinderförmigen „grünen Bröckel“ entsprechen in etwa 95% der ursprünglichen Doldenmasse. Aber warum der ganze Aufwand?

Hopfenpellets sind im Handling um ein Vielfaches angenehmer. Zum einen benötigen Pellets deutlich weniger Platz und sind geschützt vor Sauerstoff und Licht relativ einfach zu konservieren. Durch sorgfältiges Homogenisieren einer Charge lassen sich konstante Braueigenschaften sicherstellen. Pellets lassen sich zudem einfach in den Sudkessel oder in den Tank schütten, zugleich ist es relativ unproblematisch die verbleibenden Feststoffe wieder aus der Würze und dem Sudkessel zu entfernen.

 

Mit den Doldenhopfen verhält es sich hier ganz anders. Diese werden in zentnerschwere Hopfensäcke gepresst. Die Säcke benötigen viel Platz, sind unhandlich und schützen den Hopfen nicht vor Alterung. Eine gekühlte Lagerung der Dolden in vakuumierten Beuteln ist für eine gute Rohstoffqualität entscheidend.

Geht es um die Dosierung des Hopfens im Sudkessel, so ist beim Brauen mit Hopfendolden Fingerspitzengefühl gefragt, denn von Sack zu Sack kann es Schwankungen geben. Außerdem ist lägst nicht jede Brauerei für den Einsatz von Doldenhopfen geeignet. Zwar lassen sich diese Dolden leicht in den Kessel werfen, die übrigbleibenden Doldenblätter wieder abzusieben kann hingegen technisch anspruchsvoll und sehr aufwendig sein.

Fazit: Ein qualitativer Vorteil von Hopfendolden im Vergleich zu Hopfenpellets ist unserer Meinung nach nicht gegeben. Viel mehr wird Brauern die mit ganzen Dolden arbeiten, viel Aufwand und Mühe abverlangt, um das perfekte Hopfenaroma und eine feine Bittere ins Bier zu zaubern. Und doch schmecken Biere mit Doldenhopfen gebraut häufig besonders gut. Vielleicht ganz einfach aus diesem Grund, dass wenn ein Brauer so viel Aufwand investiert, dies meist mit einem ausgeprägten Rohstoffbezug einhergeht. Und genau diese Eigenschaft des Brauers ist vielleicht die viel wichtigere Qualitätsfrage als Pellets oder Dolden!

Unser Braumeister Fritz verwendet Dolden und Pellets in der Hopfengutbrauerei. Zur Erntezeit frische Dolden und für das restliche Jahr die umfangreiche Auswahl verschiedenster Hopfenpellets aus dem Kühllager. Und wer unsere Biere kennt, genießt ein Grünhopfenbier wie die heiße ernte genauso wie unser mit Pellets gehopftes callista lager. Denn was die Biere gemeinsam haben ist höchste Braukunst und der mit Liebe und Sorgfalt angebaute Hopfen - und das schmeckt man!

 

 

Achtung - Werbeblo(g)ck!

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